Blue Race 2007

18.06.2007

 

 

Jörg, Kai (ein weiterer Mitsegler) und ich sind am Dienstag spät abends in Newport angekommen. Die letzten drei Tage wurden genutzt, um noch die letzten Arbeiten zu erledigen, ein paar Probeschläge zu machen und Fototermine (u. a. mit einem Helikopter) wahrzunehmen. Jedes Crewmitglied musste sich einzeln im Regattabüro anmelden und die Ausreisepapiere zurechtlegen. Die Segellatten wurden noch festgenäht damit sie im Sturm nicht herausschlagen können. Der Kurs wurde nochmals abgesteckt. Frank hat nach einigen Schwierigkeiten die Iridiumanlage, die einzige satellitengestützte Internetverbindung mit dem Festland eingerichtet. Beim Test in Deutschland funktioniert noch alles, in Amerika nicht mehr. Der Grund war, dass genau in der Zeit des Fluges auf eine neue Software umgestellt wurde von der wir nichts wussten.

Rosi, die die komplette Organisation für die Regatta übernommen hat, verteilte noch die restlichen Kleinarbeiten: Gasanlage umstelle, Blöcke schmieren, Ankerkasten abdichten, sämtliche Fenster mit Tape abkleben (das Toilettenfenster haben wir aber ausgespart), alle scharfen Kanten, Splinte etc. abtapen, den restlichen Proviant einkaufen und einstauen. Vieles wurde schon in Deutschland eingebunkert, so z.B. auch die Trockennahrung, „Astronautenfutter das nicht viel wiegt“. Aber es gibt zum Teil auch frisches Essen. So hat z.B. für die ersten Tage ein Restaurant in Newport für die LUV noch ein Chilli gekocht und eingefroren. Die tägliche Ration Schokolade darf natürlich nicht fehlen und für die Stimmungstiefs gibt es ein ordentliches Stück Steak.

Susanne

 

 

LUV – Tag 1: Wind 3 bis 4 Beaufort aus WSW, ruhige See. Die erste Nacht verlief ruhig und sternenklar mit Dutzenden von Sternschnuppen. Ein Delphin zischt wie ein Torpedo auf das Schiff zu, erkennbar an der leuchtenden Spur im Wasser. Jörn „Otto“ Otromke protzt mit Spezialwissen: „Autolumineszens.“ Meeresleuchten auch in der Toilettenschüssel. Nach Sonnenaufgang sind noch zwei Schiffe in Sicht. An Steuerbord das Schwesterschiff, die Haspa, an Backbord am Horizont die KPMG, die Frauencrew. Der Kieler Wetterfrosch Meno Schrader gab den Rat, zunächst einen südlichen Kurs zu steuern, um den nordöstlichen schiebenden Golfstrom zu erwischen. Dieser Kurs ist aber über 100 Meilen länger als der direkte Weg zum „Point Alpha“, die nächste Marke, die von der gesamten Flotte angesteuert werden muss und noch 1.000 sm entfernt ist. Seine Lage soll sicherstellen, dass keiner auf dem Weg nach Norden mit Eisbergen kollidiert. Die LUV entscheidet sich für den südlichen Kurs.
Die Gefahr mit den Eisbergen ist zurzeit eher gering. Die Wassertemperatur beträgt 19,2 Grad. Die LUV rauscht mit fast neun Knoten durch eine ruhige See. Sailing at it’s best.