Jörg, Kai (ein weiterer Mitsegler) und ich sind am Dienstag spät abends in Newport angekommen. Die letzten drei Tage wurden genutzt, um noch die letzten Arbeiten zu erledigen, ein paar Probeschläge zu machen und Fototermine (u. a. mit einem Helikopter) wahrzunehmen. Jedes Crewmitglied musste sich einzeln im Regattabüro anmelden und die Ausreisepapiere zurechtlegen. Die Segellatten wurden noch festgenäht damit sie im Sturm nicht herausschlagen können. Der Kurs wurde nochmals abgesteckt. Frank hat nach einigen Schwierigkeiten die Iridiumanlage, die einzige satellitengestützte Internetverbindung mit dem Festland eingerichtet. Beim Test in Deutschland funktioniert noch alles, in Amerika nicht mehr. Der Grund war, dass genau in der Zeit des Fluges auf eine neue Software umgestellt wurde von der wir nichts wussten.
Rosi, die die komplette Organisation für die Regatta übernommen hat, verteilte noch die restlichen Kleinarbeiten: Gasanlage umstelle, Blöcke schmieren, Ankerkasten abdichten, sämtliche Fenster mit Tape abkleben (das Toilettenfenster haben wir aber ausgespart), alle scharfen Kanten, Splinte etc. abtapen, den restlichen Proviant einkaufen und einstauen. Vieles wurde schon in Deutschland eingebunkert, so z.B. auch die Trockennahrung, „Astronautenfutter das nicht viel wiegt“. Aber es gibt zum Teil auch frisches Essen. So hat z.B. für die ersten Tage ein Restaurant in Newport für die LUV noch ein Chilli gekocht und eingefroren. Die tägliche Ration Schokolade darf natürlich nicht fehlen und für die Stimmungstiefs gibt es ein ordentliches Stück Steak.
Susanne
LUV – Tag 1: Wind 3 bis 4 Beaufort aus WSW, ruhige
See. Die
erste Nacht verlief ruhig und sternenklar mit Dutzenden von
Sternschnuppen. Ein
Delphin zischt wie ein Torpedo auf das Schiff zu, erkennbar an der
leuchtenden
Spur im Wasser. Jörn „Otto“ Otromke protzt mit Spezialwissen:
„Autolumineszens.“ Meeresleuchten auch in der Toilettenschüssel. Nach
Sonnenaufgang sind noch zwei Schiffe in Sicht. An Steuerbord das
Schwesterschiff, die Haspa, an Backbord am Horizont die KPMG, die
Frauencrew.
Der Kieler Wetterfrosch Meno Schrader gab den Rat, zunächst einen
südlichen
Kurs zu steuern, um den nordöstlichen schiebenden Golfstrom zu
erwischen.
Dieser Kurs ist aber über 100 Meilen länger als der direkte Weg zum
„Point
Alpha“, die nächste Marke, die von der gesamten Flotte angesteuert
werden muss
und noch 1.000 sm entfernt ist. Seine Lage soll sicherstellen, dass
keiner auf dem
Weg nach Norden mit Eisbergen kollidiert. Die LUV entscheidet sich für
den
südlichen Kurs.
Die Gefahr mit den Eisbergen ist zurzeit eher gering. Die
Wassertemperatur beträgt
19,2 Grad. Die LUV rauscht mit fast neun Knoten durch eine ruhige See.
Sailing
at it’s best.