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Clubfahrt 2026

Ende August 2026 in Heeg (Holland): einige Aktive des SCST kommen an, um auf drei Polyvalken auf dem Hegemer Mar und dem Sleatemer Mar und umliegenden Gewässern zu segeln.Übernachtet, gekocht und gegessen wird in zwei Segel-Kommunen (Häusern) im Boutique Parc Pharshoeke.

Endlich hatte das lange warten ein Ende. Fast ein Jahr, nachdem die ersten Planungen gestartet wurden war es nun so weit: Die Clubfahrt konnte starten. Nachdem am Donnerstagabend die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, trafen sich alle 14 Teilnehmer in dem kleinen Örtchen Heeg in der niederländischen Provinz Fryslân.

Die Spannung war groß, hatte alles so geklappt wie geplant? Wie werden die Häuser sein? Und das wichtigste: waren die gemieteten Polyfalken, wie geplant, an den Häusern? Um so größer war die Erleichterung, als man feststellte, dass alles so war wie geplant.

Als nun alle Teilnehmer eingetroffen waren, konnten die Häuser aufgeteilt werden, das Gepäck und die Lebensmittel ausgeräumt werden und die Zimmer bezogen werden. Nachdem all dies abgeschlossen war wurden direkt die Boote unter die Lupe genommen. Für alle war es das erste Mal auf einem Polyfalken, wodurch sich keiner richtig vorstellen konnte wie sich die Boote bedienen lassen und wie deren Segeleigenschaften waren. Nach der ersten Begutachtung der Boote setzte schnell der Wunsch aufs Segeln ein.

So machten sich die ersten abenteuerlustigen auf die Reise, mit dem Ziel das Heegermeer etwas zu erkundigen und gleichzeitig das Boot kennen zu lernen. Bei moderaten 3-4bft ging es somit auf das Wasser. Schnell kam auch die erste Herausforderung: Im Gegensatz zu den eigenen Booten/ Jollen als auch den Vereinsbooten waren die Polyfalken nicht Slup getakelt, sondert eine gaffelgetakelte Slup. Dies bedeutete, dass es nicht nur ein Fall zum Setzen des Großsegels, dem sogenannten Gaffelsegel, gab sondern zwei, da es auch zwei Bäume am Segel gab (Großbaum und Piek/Gaffelbaum). Nachdem alle Falle an den richtigen Positionen angeschlagen war, konnte es endlich losgehen: Die Segel wurden gehisst. So ging es mit dem Nordwestwind in Richtung de Kuliart. Schnell erreichten die Boote auf Halbwindkurs ihre Höchstgeschwindigkeit von 6,5 Knoten (ca. 12km/h). Nach guten 1,5 Stunden Fahrt erreichte man die Insel „Nieuwe Kruispolle“, welche nach kurzer Absprache als Bahnmarke genommen wurde um den Rückweg anzutreten. Zufrieden mit den ersten Eindrücken wieder im Hafen angekommen, war der Wusch nach etwas zu Essen bei allen Teilnehmern groß und so wurde kurzerhand der Grill angeschmissen. Nachdem alle Mägen gefüllt waren ging es auch schon zu dem gemütlichen Teil des Abends über.

Nachdem alle am nächsten Morgen erholt waren, wurde beim gemeinsamen Frühstück entschieden, was das Tagesziel werden sollte. Schnell war man sich einig, wo es hin gehen sollte: Sloten (friesisch Sleat), die kleinste Stadt der Niederlande. Um dort hin zu kommen, musste eine kurze Strecke auf dem Heegermeer zurückgelegt werden um im Anschluss durch die Kanäle über Woudsend auf das Slotermeer zu kommen, von welchem dann weiter nach Sloten gesegelt werden konnte. So wurden bei gleicher Windrichtung wie am Vortag die Segel gesetzt und Kurs aufgenommen. Was sich jedoch im Verhältnis zum Vortag geändert hatte war die Windstärke, so wurde bereits im Hafen klar, dass die 12,6 m² Segelfläche zu viel für diesen Wind war. Mit dem ersten Reff im Groß ging es so nun los. Nach einer kurzen, ruhigen Fahrt auf dem Heegermeer wurde auch schon der Kanal erreicht, indem sich rausstellte, dass die Landabdeckung ihre Aufgabe verlässlich erledigte: Abgeschwächte Winde, gekoppelt mit Rückwinden, sorgten für Situationen wie auf dem Halterner Stausee. Nach einigen Halsen durch die gezackten Kanäle wurde auch schon das Durchfahrtsziel Woudsend erreicht. Dies hieß Außenborder an und Segel runter um die Hürde bei der Ortsdurchfahrt zu passieren: die Klappbrücke. Ein Spektakel mal aus einer anderen Blickrichtung, sonst meist vom Land oder vom Auto hinter geschlossener Schranke, konnte dies nun vom Wasser aus beobachtet werden, für viele ein neues Erlebnis. Nachdem der Ort mit seien drehenden Winden in der Ferne zurückgelassen wurde, wurden auch bereits die Segel wieder gesetzt und der Motor ausgeschaltet und man war auf der letzten Etappe des Hinweges. Nach kurzer Zeit wurde das letzte Stück des Kanals überwunden und befand sich nun auf dem Slotermeer, Ziel Sleatergrat.

Schnell stellte sich jedoch heraus, dass das Slotermeer, trotz seiner kleinen Größe, unruhiger war als das Heegermeer. Dies spielte allerdings fürs Erste noch keine größere Rolle, da auf dem Vorwindkurs entspannt mit den Wellen gesegelt werden konnte. Nachdem alle heile in Sloten angekommen waren, musste zuerst eine Stärkung her. Im Ort angekommen, war eine Überraschung bereit: Wie sich zeigte, hatte die Stadt in diesem Jahr ihr 600-jähriges Bestehen. Dadurch war der Ortskern gefüllt mit Touristen, welche sich die Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Nach einem Snack, bestehend aus Pommes und Frikandel Spezial, ging es mit einer kurzen Ortsbesichtigung weiter. Dieser führte einmal an der Hauptstraße rauf zur alten Windmühle und anschließend zurück zu den Booten. An den Booten wieder angekommen wurden zuerst die Tanks der Außenborder überprüft, ob diese noch voll genug für den Rückweg waren. Zwar war die Windrichtung optimal um nach Sloten zu kommen, jedoch führte der Rückweg direkt dem Wind entgegen. Dies stellte kein Problem auf dem Slotermeer dar, dafür jedoch auf den Kanälen, welche zu eng zum Kreuzen waren. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren ging es auch wieder los, zuerst unter Motor den Sleatergrat zum Slotermeer.

Schnell wurde festgestellt, dass man sich nicht nur selber gestärkt hatte, sondern sich auch der Wind gestärkt hatte. So überraschte dieser alle mit Windböen bis 7bft, was die kleinen Außenborder bereits an ihre Grenzen brachte. Als der Wind wieder etwas nachgelassen hatte ging es auch unter Segel weiter, diesmal wurde das Großsegel weiter gerefft, um den stärkeren Winden standzuhalten. Zudem zog auch der Himmel weiter zu, was für vereinzelten Regenschauern sorgte. Zusätzlich sorgte das kabbelige Slotermeer nicht nur für Wasser von oben, sondern auch für einiges an Gischt, wodurch der Wunsch auf die Sauna und eine warme Dusche immer größer wurde. Das Slotermeer erfolgreich bezwungen ging es weiter unter Motor durch die Kanäle über Woudsend zurück aufs Heegermeer. Dort wurde das sanftere Wellenbild von allen herzlich begrüßt und die Segel wurden erneut gehisst um den letzten Schlag in Richtung Ferienpark anzutreten. Wieder an den Häusern angekommen, konnte es kaum einer erwarten, bis die Sauna ihre Betriebstemperatur erreicht hatte und man sich endlich wieder aufwärmen könnte. Zum Abend hin setzte wieder der gemütliche Teil ein, dieses Mal begleitet von Livemusik aus den eigenen Reihen.

Am nächsten Morgen wurde wieder beim gemeinsamen Frühstück entschieden, was der Plan für den Tag war. So wurde entschlossen, dass zuerst der Ort erkundet wird und dies mit einer kleinen Shoppingtour verbunden werden sollte. Zügig musste allerdings festgestellt werden, dass die geplante Shoppingtour ins Wasser fallen musste, da die Geschäfte zu hatten. So bleibe nur noch eine Erkundung von Heeg übrig. Diese hatte dafür mit einer Öffnung der örtlichen Drehbrücke einiges zu bieten. Im Anschluss an die Besichtigung wurden die Boote wieder seetüchtig gemacht. Bevor es jedoch los ging, war zuerst eine Praxisstunde Motorenkunde fällig. Am letzten Segeltag gingen jedoch die Interessen etwas auseinander, wodurch sich die Gruppe in zwei Trüppchen einteilte. Die erste Gruppe übte im Hafen an- und ablegen mit dem Motor, wären sich die 2 Gruppe als Ziel gesetzt hatte auf ein kühles Getränk mit zwei Booten nach de Kuliart zu segeln. Auf dem Weg dorthin wurde allerdings bei einem der beiden Boote klar, dass der gewünschte Zielort aufgrund von technischen Problemen jedoch nicht erreicht werden konnte. Da jedoch der Funkkontakt zwischen den beiden Booten abgebrochen war, setzte das andere Boot weiterhin Kurs auf de Kuliart. Dem Regen und den Winden getrotzt kam das zweite Boot am Zielort an, dort wurde erneut versucht Kontakt zum ersten Boot aufzubauen. Dies funktionierte jedoch nicht über Funk, dafür aber über das Mobilfunknetz, wodurch klar wurde, dass das erste Boot nach Elahuizen abgesetzt hatte um die Probleme zu beheben. Nach einer Stärkung machten sich beide Boote wieder auf den Rückweg nach Heeg. Dort angekommen wurde als erstes die Sauna wieder in Beschlag genommen um sich wieder aufzuwärmen.

Am Abend entschied man sich im örtlichen Restaurant essen zu gehen und den Abend zusammen in einem der beiden Häuser auszuklingen. Schnell wurde die Stimmung im Raum auch klar: Alle waren traurig, dass das schöne Wochenende schon zu Ende ist. Dafür war die Vorfreude auf das nächste Jahr umso größer.